Die Geschichte hinter TriboTech


Bevor es TriboTech gab, gab es einen Tischlermeister, der nach einer Lösung suchte, die es noch nicht gab.
Roman Myna kam aus Lviv in der Ukraine nach Österreich, mit einer fundierten holztechnologischen Ausbildung: Abschlüsse in Holztechnologie und Industriedesign, seine ukrainische Ausbildung zum Tischlermeister wurde hier anerkannt. Er entwarf und baute maßgefertigte Interieurs, arbeitete täglich mit Holz und beschreibt sich selbst bis heute als leidenschaftlichen Holzbearbeitungstechnologen. Für ihn ist Holz mehr als ein Werkstoff: ein Material, das praktisch aus Luft, Wasser und Sonnenlicht entsteht, sich hervorragend mit Metall, Stein oder Glas kombinieren lässt und damit fast unbegrenzte gestalterische Möglichkeiten bietet.
Jahrelang hat er genau das gemacht, begeistert, neugierig und erfolgreich. Bis 2016 sein Körper begann, dagegen zu rebellieren.

Wenn der eigene Beruf krank macht
Atemnot und asthmatische Anfälle kamen scheinbar aus dem Nichts. Der Auslöser: derselbe feine, pelzige Holzstaub, der für Myna all die Jahre lästig, aber nie wirklich gefährlich erschienen war. Schnell wurde klar, dass sein eigenes Überleben wichtiger war als der Beruf, so lukrativ und erfüllend er auch sein konnte.
Und er merkte: Er war nicht der Einzige. Aus seinen Jahren als Angestellter in einer Fabrik in der Ukraine und später als Selbstständiger in Österreich kannte er viele Kolleginnen und Kollegen mit denselben Beschwerden, quer durch unterschiedlichste Bereiche der Holzbearbeitung, oft ohne echte Alternative zwischen teuren industriellen Absauganlagen und einem einfachen Staubsauger.

Von der Frage zur Idee
Statt sich damit abzufinden, begann Myna zu recherchieren. Als Diplomingenieur für Holzbearbeitung hatte er Zugang zu Fachliteratur, aber kaum technische Lösungsansätze für die handwerkliche Praxis. Seine Ausgangsfrage war denkbar einfach: Welche Kräfte treiben Staubteilchen auseinander, sogar gegen die Schwerkraft?
Die Antwort fand er in der sogenannten triboelektrischen Reihe, einer physikalischen Systematik, die beschreibt, wie sich unterschiedliche Materialien durch Reibung elektrostatisch aufladen. Holz war dort ungefähr in der Mitte platziert. Für Myna war das der Wendepunkt: Auch Holz lässt sich, ähnlich wie Kunststoffe, gezielt positiv oder negativ elektrostatisch aufladen. Werden Holzpartikel gezielt gegenpolig statt wie üblich gleichpolig geladen, ziehen sie sich gegenseitig an, statt sich abzustoßen und im Raum zu verteilen.
Aus einer Werkstattbeobachtung wurde eine Forschungsidee, und aus der Idee, mit tatkräftiger Unterstützung eines befreundeten Ingenieurs, ein erster Prototyp.

Acht Jahre, drei Projekte, zwei Patente
Ohne Labor und ohne Budget, aber mit einem selbstgebauten Prototyp, wandte sich Myna an die Universität für Bodenkultur Wien. Prof. Rupert Wimmer antwortete, kritisch, aber fachlich interessiert, und begann die Idee wissenschaftlich zu begleiten.
Was folgte, waren Jahre der Verdichtung: Aus einer Idee wurden drei Forschungsprojekte, mehrere Masterarbeiten, zwei abgeschlossene Doktorate und zwei Patente. Der erste Prototyp stand rund ein Jahr lang als Dauerbaustelle in Mynas Werkstatt, bis er funktionierte. Es war, in seinen eigenen Worten, hart, aber er sei immer schon jemand gewesen, der mit viel Ehrgeiz und auf der Überholspur unterwegs sei.
Tischlermeister, Erfinder, Wissenschaftler: Heute ist Roman Myna alle drei zugleich und beschreibt sich selbst am liebsten als neugieriges Kind mit 52 Jahren. Was ihn all die Jahre angetrieben hat, war nie in erster Linie wissenschaftlicher Ehrgeiz, sondern die Überzeugung, dass niemand mehr denselben Preis für seinen Beruf zahlen sollte wie er.
Genau diese Überzeugung ist der Grund, warum es TriboTech heute gibt.